Die Schädigung der Leber und die damit verbundene Unfähigkeit der Leber, ihre Funktionen zu erfüllen, stellen die größte Gefahr bei chronischen Virushepatitiden dar. Im Verlauf der Erkrankung durchläuft die Leber mehrere Stadien.
Infektion: Wenn das Hepatitis-B-Virus in den Körper eindringt, gelangt es in die Leberzellen und beginnt sich zu vermehren. Es entstehen neue Viruskopien, die weitere Leberzellen schädigen, wodurch sich die Infektion im Lebergewebe ausbreitet.
Entzündung – akute Hepatitis, d. h. Entzündung des Lebergewebes; in diesem Stadium sind die Symptome kaum ausgeprägt, nur bei einem Drittel der Patienten tritt Gelbsucht auf, viele Menschen wissen nicht, dass sie an Hepatitis B erkrankt sind; bei 80–90 % der mit Hepatitis B infizierten Personen kommt es zu einer spontanen Heilung, bei den übrigen geht die Hepatitis B in ein chronisches Stadium über.
Fibrose ist das Ergebnis einer chronischen Entzündung, bei der sich in der Leber Narbengewebe bildet; eine Fibrose deutet darauf hin, dass die Infektion schon lange zurückliegt, vielleicht sogar schon vor Jahrzehnten.
Zirrhose ist das 4. Stadium der Fibrose, in dem die Struktur des Lebergewebes gestört ist; bei schwerer (dekompensierter) Zirrhose ist die Organfunktion beeinträchtigt.