Am 22. Mai 2026 traf die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA eine historische Entscheidung. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte genehmigte die Behörde das injizierbare Medikament Hepcludex® (Bulevirtide-gmod), das speziell für die Behandlung von chronischer Hepatitis D (Delta) bei erwachsenen Patienten entwickelt wurde.
Bis zu diesem Zeitpunkt gab es in den USA keine offiziell zugelassene Therapie für diese schwere Erkrankung. Das Medikament erhielt den Status einer „bahnbrechenden Therapie“ und durchlief ein beschleunigtes Zulassungsverfahren, was den dringenden Bedarf der Patienten an diesem Medikament unterstreicht.

Das Hepatitis-D-Virus (HDV) ist ein sogenanntes „Satellitenvirus“. Es kann sich im menschlichen Körper nicht eigenständig vermehren. Eine Infektion ist nur in Verbindung mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) möglich.
Wenn diese beiden Viren zusammenwirken (Koinfektion), verläuft die Krankheit deutlich aggressiver:
📢 Wichtige Regel für die Diagnose: Jede Person, bei der die Diagnose „chronische Hepatitis B“ gestellt wurde, muss sich unbedingt auf Hepatitis D (Delta) testen lassen.
Die Wirksamkeit der Behandlung von Hepatitis D mit dem neuen Medikament wurde in einer groß angelegten Phase-3-Studie (MYR301) untersucht. Die Patienten erhielten einmal täglich eine Injektion mit Hepcludex.
Die Ergebnisse zeigten eine beeindruckende Dynamik im Vergleich zur Gruppe, die vorübergehend keine Therapie erhielt:
| Behandlungsdauer | Senkung der Viruslast (HDV-RNA) auf ein nicht nachweisbares Niveau | Kombiniertes Ansprechen (Virus unter Kontrolle + Normalisierung der Leberenzyme ALT) |
| 48 Wochen | 20 % der Patienten (gegenüber 0 % in der unbehandelten Gruppe) | 48 % der Patienten (gegenüber 2 % in der unbehandelten Gruppe) |
| 96 Wochen | 36 % der Patienten | Die Werte verbesserten sich kontinuierlich |
| 144 Wochen | 50 % der Patienten | Die Hälfte der Teilnehmer erzielte ein nachhaltiges Ergebnis |
Sicherheit und Warnhinweise: Wie jede ernsthafte Therapie hat auch Hepcludex Nebenwirkungen (Reaktionen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit). Die wichtigste Warnung der Ärzte betrifft das eigenmächtige Abbrechen der Behandlung: Dies kann zu einer schweren Verschlimmerung von Hepatitis B und D führen. Daher muss die Behandlung streng unter der Aufsicht eines erfahrenen Infektiologen erfolgen.
In der Europäischen Union ist dieses Medikament schon seit Langem bekannt. Die Europäische Kommission hat Hepcludex (Bulevirid) bereits im Juli 2020 zugelassen und es später in den Status eines Standardmedikaments überführt.
Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied in den Behandlungsansätzen:
Für die ukrainische medizinische Fachwelt und die Patienten ist die Entscheidung der FDA ein starkes Instrument zur Interessenvertretung. Jetzt haben wir die offizielle Bestätigung: Chronische Hepatitis D ist keine unheilbare Krankheit mehr, es gibt eine moderne antivirale Therapie, und sie wirkt.
Dank der Bemühungen des BCD-Teams konnten seit Beginn des umfassenden Krieges mehr als 10 Patienten aus der Ukraine im Rahmen der Krankenversicherung in Deutschland und Tschechien eine kostenlose Behandlung mit Hepcludex erhalten.
Für diejenigen, die in der Ukraine bleiben, ist der Zugang zu den Medikamenten jedoch nach wie vor eingeschränkt, da das Präparat extrem teuer ist und es keine staatlichen Beschaffungsprogramme gibt.
Heute konzentriert sich BCD auf drei Hauptarbeitsbereiche in der Ukraine:
Wenn Sie oder Ihre Angehörigen mit der Diagnose „Hepatitis B“ leben, zögern Sie nicht.
Die Meldung auf der Website der FDA finden Sie hier.

