Hepatitis D ist eine virale Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-D-Virus (HDV) verursacht wird. Ihr wesentliches Merkmal besteht darin, dass sich das Hepatitis-D-Virus nicht eigenständig vermehren kann – dazu benötigt es unbedingt das Vorhandensein des Hepatitis-B-Virus.
Das bedeutet, dass Hepatitis D nicht ohne Hepatitis B auftreten kann. Eine Ansteckung ist nur bei Menschen möglich, die bereits an Hepatitis B leiden, oder im Falle einer gleichzeitigen Infektion mit beiden Viren.
Eine Koinfektion mit Hepatitis B und D gilt als schwerste Form der chronischen Virushepatitis. Sie zeichnet sich aus durch:
Nach aktuellen Schätzungen befallen Hepatitis-D-Viren etwa 5 % der Menschen weltweit, die mit chronischer Hepatitis B leben – das sind etwa 12 Millionen Menschen. Es wird angenommen, dass eine Koinfektion mit Hepatitis D etwa jeden fünften Fall von schwerer Lebererkrankung und Leberkrebs bei Menschen mit Hepatitis B erklären könnte. Wichtig zu wissen: Die Impfung gegen Hepatitis B ist die einzige wirksame Methode zur Vorbeugung von Hepatitis D, da das Hepatitis-D-Virus ohne das Hepatitis-B-Virus nicht existieren kann.
Prävalenz
Nach aktuellen Schätzungen sind weltweit etwa 12 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-D-Virus infiziert. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse einzelner internationaler Studien und Metaanalysen darauf hin, dass die tatsächliche Prävalenz aufgrund begrenzter Testkapazitäten und einer Unterschätzung der Erkrankungshäufigkeit in vielen Regionen der Welt deutlich höher sein könnte. Weltweit haben schätzungsweise 5 % der Menschen mit Hepatitis B auch Hepatitis D. Gerade diese Koinfektion bestimmt maßgeblich den Schweregrad des Krankheitsverlaufs.
Die Lage in der Ukraine
Nach Angaben des Zentrums für öffentliche Gesundheit des Gesundheitsministeriums der Ukraine vom 18.03.2026, unter den getesteten HBsAg-positiven Personen:
Gleichzeitig haben nach den vorliegenden Daten nur 126 Personen mit der Diagnose Hepatitis D medizinische Hilfe in Anspruch genommen.
Vor diesem Hintergrund lässt sich grob schätzen, dass 5–7,5 % der Menschen mit Hepatitis B in der Ukraine eine Hepatitis-D-Koinfektion haben könnten.
In diesem Fall könnte die geschätzte Zahl der Menschen mit HDV in der Ukraine bei etwa 27.967 liegen.
Dies deutet auf eine erhebliche Unterdiagnostizierung der Erkrankung hin und unterstreicht die Notwendigkeit einer systematischen Hepatitis-D-Testung bei HBsAg-positiven Patienten.
Wir sind für Sie da, um Ihnen dabei zu helfen, diese Schritte gelassen und verständlich zu durchlaufen – vom Test bis zu den nächsten Entscheidungen.

